Hypoallergenes Futter für Katzen – was wirklich dahintersteckt

Jara Adam
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Hypoallergenes Futter für Katzen – was wirklich dahintersteckt Hypoallergenes Futter für Katzen – was wirklich dahintersteckt

Übermäßiges Putzen, kahle Stellen im Fell, wiederkehrende Ohrenprobleme oder ein Magen, der einfach nicht zur Ruhe kommt.
Wenn deine Katze diese Anzeichen zeigt, fragst du dich irgendwann: Steckt eine Futtermittelallergie dahinter?

Was der Unterschied zwischen einer Allergie und einer Unverträglichkeit ist und welche Symptome typisch sind, erklären wir ausführlich in unserem Grundlagen-Beitrag „Allergien und Unverträglichkeiten bei Hunden und Katzen". Hier gehen wir einen Schritt weiter und beantworten die Frage, die viele Verpackungen aufwerfen, aber selten erklären: Was bedeutet „hypoallergenes Futter" bei der Katze eigentlich genau?

Welche Zutaten lösen bei Katzen am häufigsten Probleme aus?

Eine Auswertung von 78 Katzen mit bestätigter Futterreaktion zeigt, welche Zutaten am häufigsten der Grund sind:

  • Rind – bei 18 von 100 betroffenen Katzen
  • Fisch – bei 17 von 100
  • Huhn – bei 5 von 100
  • Weizen, Mais, Milchprodukte – je bei 4 von 100
  • Lamm – bei 3 von 100

Der größte Unterschied zum Hund: Bei Katzen steht Fisch ganz weit oben. Der Grund dafür ist simpel: Fisch steckt in sehr vielen Katzenfuttern, und je öfter eine Katze ein bestimmtes Eiweiß frisst, desto eher kann ihr Körper irgendwann überempfindlich darauf reagieren.

Was bedeutet „hypoallergen" eigentlich?

Der Begriff klingt wie ein Gütesiegel, steht aber für zwei ganz konkrete Ideen. Beide verfolgen dasselbe Ziel: dem Körper ein Eiweiß zu geben, auf das er nicht mit Abwehr reagiert.

Idee 1: Ein Eiweiß, das die Katze noch nie gefressen hat (Novel Protein)

Wenn der Körper ein Eiweiß noch nie „kennengelernt" hat, kann er es auch nicht als Feind einstufen. Deshalb werden für diese Futtersorten oft seltene Eiweißquellen verwendet – zum Beispiel Insekten, Kaninchen oder Ente.

Bei Katzen gibt es dabei eine Besonderheit: Viele handelsübliche Futtersorten mischen mehrere Eiweißquellen miteinander. Das macht es schwerer, eine wirklich unbelastete, „neue" Zutat zu finden – vor allem, wenn nicht genau bekannt ist, was die Katze bisher gefressen hat, etwa bei Tieren aus dem Tierschutz.

Idee 2: Ein bekanntes Eiweiß, das so klein zerlegt wurde, dass der Körper es nicht mehr erkennt (hydrolysiertes Protein)

Hier wird ein ganz normales Eiweiß mit Enzymen in winzige Bruchstücke zerlegt. Man kann sich das vorstellen wie ein Puzzle, das in so kleine Teile zerschnitten wird, dass man das ursprüngliche Bild nicht mehr erkennt. Der Körper erkennt das zerlegte Eiweiß dann nicht mehr als Auslöser.

Wichtig zu wissen: Wie fein das Eiweiß zerlegt wurde, macht den entscheidenden Unterschied. In einer Untersuchung an Katzenblut erkannte das Immunsystem ein nur grob zerlegtes Eiweiß noch fast immer – bei einer wirklich gründlichen Zerlegung dagegen gar nicht mehr.

Das heißt in der Praxis: Nicht jedes Futter, auf dem „hydrolysiert" steht, wirkt automatisch gleich gut. Manche Katzen reagieren trotzdem noch ähnlich wie bei einem ganz normalen Eiweiß.

Insektenprotein: eine besonders spannende Eiweißquelle

Insekten – genauer: die Larve der Schwarzen Soldatenfliege – sind für die meisten Katzen eine komplett neue Eiweißquelle. Zusätzlich wirkt Insektenprotein entzündungshemmend und ist gut für Haut und Fell.

Ein Punkt, den wir ehrlich mitgeben wollen: Neu heißt nicht automatisch unproblematisch. Bei Menschen mit Garnelen- oder Hausstaubmilbenallergie wurden schon Reaktionen auf Insekten beobachtet, da sich die Eiweißbausteine ähneln. Bei Katzen ist das bisher wenig erforscht. Hat deine Katze eine bekannte Milbenallergie, sprich vorher mit der Tierarztpraxis.

Für die meisten Katzen mit klassischer Futtermittelallergie bleibt Insektenprotein trotzdem eine der unbelastetsten Eiweißquellen am Markt. Genau darauf setzt die miba Insect Line für Katzen: Insekten als einzige tierische Eiweißquelle, kombiniert mit Süßkartoffel, Lachsöl und Chicorée – ohne Getreide, ohne versteckte Zutaten.

So findest du heraus, ob deine Katze wirklich eine Futtermittelallergie hat

Ein kurzer, aber wichtiger Hinweis vorab: Bluttests oder Hauttests bringen hier nichts. Sie gelten in der Tiermedizin als nicht zuverlässig genug. Der einzige Weg, der wirklich funktioniert, ist die sogenannte Ausschlussdiät:

  1. Testphase (8–12 Wochen): Deine Katze bekommt ausschließlich ein Futter mit einem hydrolysierten oder einem echten neuen Eiweiß. Keine Leckerlis, keine Kauartikel, kein Futter von anderen im Haushalt – sonst verfälscht das den Test.
  2. Test mit dem alten Futter: Bessern sich die Beschwerden deutlich, wird das alte Futter gezielt wieder gegeben. Kommen die Symptome zurück, ist die Diagnose bestätigt.

Wichtig: Verdauungsprobleme bessern sich oft schon nach 1 bis 3 Wochen. Hautprobleme brauchen deutlich länger – bis zu 12 Wochen sind normal. Wer die Diät zu früh abbricht, zieht meist die falschen Schlüsse.

Hat deine Katze Freigang? Dann klappt die Ausschlussdiät nur, wenn sie während der Testzeit nirgendwo anders fressen oder jagen kann.

Worauf du beim Kauf achten solltest

  • Nur eine tierische Eiweißquelle statt Zutatenmix – so weißt du im Zweifel genau, was deine Katze verträgt
  • Schreib auf, was deine Katze bisher gefressen hat. Das hilft dir, eine wirklich neue Eiweißquelle zu finden
  • Stimmige & transparente Zutatenliste: Nicht nur das Eiweiß, sondern auch die andere Zutaten sind ausschlaggebend für die Verträglichkeit eines Futters
  • Plane Geduld ein: Hautprobleme brauchen oft deutlich länger als Verdauungsprobleme, um sich zu bessern

Neben der Insect Line setzt auch unser Nass- & Trockenfutter der Country Line  auf klare Rezepturen. Unser gesamtes Sortiment für empfindliche Katzen findest du in der Kategorie Allergie & Unverträglichkeit.

Quellen

Bryan, J., & Frank, L. A. (2010). Food allergy in the cat: A diagnosis by elimination. Journal of Feline Medicine and Surgery, 12(11), 861–866.

Hemopet. (2025). Hydrolyzed protein pet food… um, no.

Mueller, R. S., Olivry, T., & Prélaud, P. (2016). Critically appraised topic on adverse food reactions of companion animals (2): Common food allergen sources in dogs and cats. BMC Veterinary Research, 12, 9.

NC State University Veterinary Hospital. (2024). Hydrolyzed diets. NC State College of Veterinary Medicine.

Olivry, T., Bexley, J., & Mougeot, I. (2017). Extensive protein hydrolyzation is indispensable to prevent IgE-mediated poultry allergen recognition in dogs and cats. BMC Veterinary Research, 13, 251.

Pet Hero. (2024). All the buzz about insect protein in pet foods.

Royal Canin. Nutrition and support for cats with food allergies.

dvm360. (2026). The buzz on insect-based pet food: A new hypoallergenic protein source?

Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine tierärztliche Diagnose. Bei Verdacht auf eine Futtermittelallergie sollte eine Ausschlussdiät stets in Absprache mit einer Tierarztpraxis erfolgen.

Fazit

Was ist der Unterschied zwischen Novel Protein und hydrolysiertem Protein?

Novel Protein ist ein Eiweiß, das deine Katze noch nie gefressen hat – zum Beispiel Insekten oder Ente. Hydrolysiertes Protein ist ein bekanntes Eiweiß, das so fein zerlegt wurde, dass der Körper es nicht mehr wiedererkennt. Beide sollen dasselbe erreichen, nur auf unterschiedlichem Weg.

Warum ist Fisch bei Katzen ein häufigerer Auslöser als bei Hunden?

Fisch steckt in vielen Katzenfuttern und wird deshalb sehr häufig gefressen. Je öfter eine Katze mit einem bestimmten Eiweiß in Kontakt kommt, desto eher kann ihr Körper mit der Zeit überempfindlich darauf reagieren.

Kann meine Katze trotz hydrolysiertem Futter noch Probleme bekommen?

Ja, das kommt vor. Wie fein das Eiweiß zerlegt wurde, macht den Unterschied. Wurde nur grob zerlegt, kann der Körper trotzdem noch reagieren.

Reicht ein Bluttest, um herauszufinden, was meine Katze verträgt?

Nein. Bluttests und Hauttests gelten als nicht zuverlässig genug. Der einzige Weg, der wirklich funktioniert, ist die Ausschlussdiät mit anschließendem Test.

Ist Insektenprotein für jede Katze geeignet?

Für die meisten Katzen ja – gerade weil kaum eine Katze bisher damit in Kontakt kam. Hat deine Katze eine bekannte Hausstaubmilbenallergie, sprich vorher lieber einmal mit deiner Tierarztpraxis.