Katze aus dem Ausland adoptiert – was jetzt beim Futter beachten?

Jara Adam
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Katze aus dem Ausland adoptiert – was jetzt beim Futter beachten? Katze aus dem Ausland adoptiert – was jetzt beim Futter beachten?

Eine Katze aus dem Auslandstierschutz zu adoptieren ist eine Entscheidung fürs Herz und eine mit Verantwortung.
Denn anders als bei einem Kätzchen vom Züchter weiß man oft wenig: Wie alt ist sie wirklich? Was hat sie gefressen? Welchen Krankheiten war sie ausgesetzt?

Dieser Artikel erklärt dir, welche Gesundheitsrisiken bei Katzen aus dem Tierschutz besonders relevant sind, wie du in der Eingewöhnungsphase richtig fütterst und worauf du bei der langfristigen Ernährung achten solltest.

Woher kommen Tierschutzkatzen aus dem Ausland?

Katzen, die über internationale Tierschutzorganisationen nach Deutschland, Österreich oder die Schweiz kommen, stammen häufig aus Spanien, Griechenland, Rumänien, der Türkei, Portugal oder Zypern. Viele waren Straßenkatzen – also sogenannte Freigänger ohne feste Versorgung – oder lebten in hoffnungslos überfüllten Kolonien oder Auffangstationen.

Das bedeutet: Sie haben oft unregelmäßig und schlecht gefressen, waren Parasiten und Krankheitserregern ausgesetzt und stehen bei Ankunft unter erheblichem Stress. Ihr Immunsystem ist häufig geschwächt, ihr Verdauungstrakt ungewohnte Nahrung.

Häufige Erkrankungen bei Katzen aus dem Auslands-Tierschutz

Anders als beim Hund gibt es bei Katzen keine klassische „Mittelmeerkrankheiten-Liste" – aber es gibt eine Reihe von Erkrankungen, die in internationalen Tierschutzkontexten besonders häufig auftreten.

Katzenschnupfen-Komplex

Eine der häufigsten Erkrankungen bei Tierschutzkatzen überhaupt. Unter dem Begriff „Katzenschnupfen" werden mehrere Infektionen zusammengefasst, die von verschiedenen Erregern ausgelöst werden – darunter das Feline Herpesvirus (FHV-1) und das Feline Calicivirus (FCV), aber auch Bakterien wie Chlamydien oder Bordetellen.¹

Typische Symptome: Niesen, Augen- und Nasenausfluss, Fieber, Apathie, bei Calicivirus auch schmerzhafte Läsionen auf der Zunge.

Wichtig: Katzen, die einmal infiziert waren, bleiben oft lebenslang Virusträger – auch wenn sie keine Symptome mehr zeigen. Stress (wie ein Umzug oder eine neue Umgebung) kann einen Rückfall auslösen. Das bedeutet nicht, dass eine solche Katze krank ist – aber es bedeutet, dass du es wissen solltest.

FIV – Felines Immundefizienz-Virus (Katzen-AIDS)

FIV wird hauptsächlich durch Bissverletzungen übertragen und betrifft vor allem Freigänger – also genau die Katzen, die häufig aus dem Ausland vermittelt werden. Das Virus schwächt das Immunsystem dauerhaft, was die Katze anfälliger für andere Erkrankungen macht.²

FIV ist nicht heilbar, aber viele FIV-positive Katzen leben jahrelang symptomfrei und können ein gutes Leben führen – wenn sie gut versorgt werden. Eine besonders immununterstützende Ernährung ist hier besonders wichtig.

FIV überträgt sich nicht auf Menschen und ist im Alltag unter friedlich lebenden Katzen kaum ansteckend.

FeLV – Felines Leukämievirus (Katzenleukose)

FeLV wird über Speichel, Nasensekret, Urin oder Kot übertragen – also durch gemeinsame Futternäpfe, Pflegen oder engen Körperkontakt. Besonders in überfüllten Tierheimen kann sich das Virus schnell verbreiten.³

Die Erkrankung ist nicht heilbar und verläuft häufig tödlich. Allerdings: Katzen mit einem starken Immunsystem können das Virus nach einer Erstinfektion manchmal selbst eliminieren. Seriöse Tierschutzorganisationen testen vor der Vermittlung auf FeLV.

FeLV überträgt sich nur zwischen Katzen, nicht auf Menschen oder andere Tierarten.

Parasiten: Würmer, Flöhe, Milben

Fast alle Straßenkatzen aus dem Ausland tragen bei Ankunft Parasiten – Spulwürmer, Hakenwürmer, Flöhe oder Ohrmilben sind die häufigsten. Ein vollständiger Parasitencheck und eine gezielte Behandlung durch den Tierarzt sind daher ein absolutes Muss.

Leishmaniose bei Katzen

Katzen können theoretisch mit Leishmania infantum infiziert sein, erkranken aber deutlich seltener als Hunde. Wenn eine Infektion auftritt, ist sie oft an ein bereits geschwächtes Immunsystem (z. B. durch FIV oder FeLV) geknüpft.⁴ Eine direkte Ansteckung anderer Katzen über den Alltag ist bei Leishmaniose unwahrscheinlich.

Welche Untersuchungen solltest du direkt veranlassen?

Auch wenn dein Tierschutzverein Tests durchgeführt hat: Lass deinen neuen Vierbeiner in den ersten Tagen zu einem Tierarzt bringen. Ein guter Erstcheck umfasst:

  • FIV- und FeLV-Test (Schnelltest oder Bluttest)
  • Parasitenkontrolle (Kot-Untersuchung, Ohren, Fell)
  • Allgemeines Blutbild bei Auffälligkeiten
  • Bei Symptomen: Abstrich auf Katzenschnupfen-Erreger
  • Bei Herkunft aus Risikogebieten: Leishmaniose-Screening

Hinweis: Bei Kitten sind FeLV-Tests manchmal nicht vollständig zuverlässig. Ein Nachtest nach einigen Wochen ist empfehlenswert.

Ernährung in der Eingewöhnungsphase

Das Wichtigste zuerst: Lass deine Katze ankommen.

Ein Ortswechsel, neue Gerüche, neue Menschen – das ist für eine Katze aus dem Tierschutz extremer Stress. Und Stress ist einer der häufigsten Auslöser für Katzenschnupfen-Rückfälle, Verdauungsprobleme und Futterverweigerung.

In den ersten 1–2 Wochen gilt deshalb:

  • Füttere, womit die Katze aus dem Tierheim gewohnt ist – falls bekannt
  • Falls unbekannt: Fange mit einem leicht verdaulichen, hochwertigen Alleinfutter an – am besten Nassfutter, das Katzen generell besser annehmen als Trockenfutter in Stressphasen
  • Vermeide Futterexperimente – jetzt ist nicht der Zeitpunkt
  • Feste Fütterungszeiten helfen, Struktur und Sicherheit zu vermitteln

Katzen fressen empfindlicher als Hunde. Viele Tierschutzkatzen zeigen bei Ankunft zunächst Futterverweigerung – das ist normal und meist stressbedingt. Biete Futter an, ohne zu drängen. Wärme das Nassfutter leicht auf Zimmertemperatur an – das macht es geruchsintensiver und attraktiver.

Unser Tipp für den Start: Unser Nassfutter Huhn mit Bio-Landgemüse ist genau dafür gemacht – 70 % mageres Huhn, ausgewähltes Bio-Gemüse, kein Zuckerzusatz, keine künstlichen Zusätze. Eine kurze, ehrliche Zutatenliste für einen Magen, der gerade Vertrauen aufbaut.

Die Futterumstellung: Langsam und behutsam

Wenn deine Katze angekommen ist, sich sicher fühlt und der Tierarzt grünes Licht gibt, kannst du das Futter schrittweise umstellen. Für Katzen gilt: mindestens 10–14 Tage, bei sensiblen Tieren auch länger.

Mehr zu einer langsamen und achtsamen Futterumstellung findest du in unserem Blogbeitrag "Futterumstellung bei Hund und Katze - so gelingt der Wechsel zum neuen Futter"

Achte auf: Kot (Konsistenz und Geruch), Fressverhalten, Energielevel, Fellzustand. Bei Durchfall oder Erbrechen über mehr als 2 Tage: Umstellung pausieren und tierärztlichen Rat einholen.

Welches Futter ist für Tierschutzkatzen aus dem Ausland geeignet?

Nassfutter vor Trockenfutter

Gerade in der Eingewöhnungsphase ist Nassfutter oft die bessere Wahl:

  • Höherer Feuchtigkeitsgehalt unterstützt Nieren und Harnwege
  • Leichter verdaulich bei empfindlichem Magen
  • Besser riechend – wichtig für Katzen, die zunächst wenig Appetit haben

Monoprotein – eine Proteinquelle, mehr Übersicht

Da die Futterhistorie von Tierschutzkatzen oft unklar ist, empfiehlt sich ein Futter mit nur einer tierischen Proteinquelle. So kannst du besser nachvollziehen, worauf deine Katze reagiert – und Allergien oder Unverträglichkeiten leichter identifizieren.

Hochwertiges Eiweiß für das Immunsystem

Katzen sind obligate Fleischfresser – ihr Immunsystem, ihr Fell und ihre Organfunktion hängen direkt von einer hochwertigen Eiweißversorgung ab. Gerade bei FIV-positiven oder durch Stress geschwächten Katzen ist dies besonders relevant.

Getreidefrei und ohne unnötige Zusätze

Ein belasteter Darm braucht keine Füllstoffe. Getreidefrei, mit transparenter Zutatenliste und ohne künstliche Aromen oder Konservierungsstoffe – das ist das Fundament guter Ernährung für eine Katze, die einen Neustart verdient.

Das richtige Futter von miba für deine Katze aus dem Tierschutz

Wir wissen aus eigener Erfahrung, wovon wir hier reden.

miba wurde 2024 gegründet – weil wir selbst vor genau diesem Problem standen. Unsere beiden Katzen Millie und Balu kamen 2021 als Straßenkatzen aus der Türkei zu uns, vermittelt über unsere Partnerorganisation Kitmir Tierhilfe Demirtaş e.V.. Beide hochallergisch, beide mit einem Darm, der alles andere als unkompliziert war.

Die Suche nach dem richtigen Futter war lang und frustrierend. Undurchsichtige Zutatenlisten, versteckte Proteinquellen, kein Futter, das wirklich alle Anforderungen erfüllt hat.
Also haben wir unsere Rezepturen selbst entwickelt: eine Proteinquelle, echte Zutaten, kein Getreide, keine unnötigen Zusätze. Futter, das Probleme löst – nicht schönredet.

Genau das möchten wir auch deiner Tierschutzkatze mitgeben.

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Häufige Fragen zu Tierschutzkatzen aus dem Ausland

Muss ich meine neue Katze direkt zum Tierarzt bringen?

Ja – innerhalb der ersten paar Tage. Auch wenn der Tierschutzverein bereits Tests durchgeführt hat, ist ein eigener Tierarztbesuch wichtig, um den aktuellen Gesundheitszustand zu erfassen und offene Fragen zu klären. Besonders FIV, FeLV und Parasitenbefall sollten ausgeschlossen oder bekannt sein.

Was ist Katzenschnupfen – und bleibt er lebenslang?

Katzenschnupfen ist ein Sammelbegriff für Infektionen der Atemwege bei Katzen, meist ausgelöst durch Herpesvirus oder Calicivirus. Einmal infizierte Katzen bleiben häufig lebenslang Virusträger – ohne dauerhaft krank zu sein. Stress kann jedoch Rückfälle auslösen. Mit einer stabilen Umgebung und guter Ernährung bleiben viele Katzenschnupfen-Träger dauerhaft symptomfrei.

Kann eine FIV-positive Katze ein normales Leben führen?

Ja. Viele FIV-positive Katzen leben über Jahre ohne Symptome und können ein erfülltes Leben führen – vorausgesetzt, sie werden gut versorgt, bekommen hochwertiges Futter und werden regelmäßig tierärztlich kontrolliert. FIV überträgt sich nicht auf Menschen.

Ist Nass- oder Trockenfutter besser für Tierschutzkatzen?

In der Eingewöhnungsphase ist Nassfutter oft die bessere Wahl – es ist leichter verdaulich, hat mehr Feuchtigkeit und wird von gestressten Katzen eher angenommen. Langfristig kann eine Kombination oder ein gutes Trockenfutter sinnvoll sein, je nach Bedürfnis und Verträglichkeit deiner Katze.

Welches Futter ist für FIV-positive Katzen geeignet?

Für immungeschwächte Katzen ist eine besonders hochwertige, leicht verdauliche Ernährung wichtig. Monoprotein-Futter mit einer einzigen, gut verdaulichen Proteinquelle, ohne Getreide und künstliche Zusätze, ist eine gute Grundlage. Im Zweifelsfall besprich die Ernährung mit deinem Tierarzt.

Quellen

¹ Tierschutzverein Bad Wildungen e.V.: Katzenkrankheiten – Katzenschnupfen, FIV, FeLV und FIP; tierheim-bad-wildungen.de

² MyPet.com: FIV – Katzenaids: Symptome, Übertragung und Lebenserwartung; de.mypet.com

³ PfotenFreunde Sardinien e.V.: Katzenkrankheiten – FeLV, FIV, Leishmaniose; pfotenfreunde-sardinien.de

⁴ PfotenFreunde Sardinien e.V.: Leishmaniose bei Katzen; pfotenfreunde-sardinien.de