Übergewicht beim Hund – wie du es erkennst und was wirklich hilft

Jara Adam
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Übergewicht beim Hund – wie du es erkennst und was wirklich hilft Übergewicht beim Hund – wie du es erkennst und was wirklich hilft

Fast jeder zweite Hund in Deutschland, Österreich und der Schweiz ist übergewichtig – und viele Halterinnen und Halter merken es erst spät. Denn die Gewichtszunahme passiert schleichend: ein Leckerli hier, eine etwas zu große Portion dort. Dabei ist Übergewicht beim Hund keine Kleinigkeit, sondern eine ernsthafte Erkrankung mit weitreichenden Folgen.

In diesem Beitrag erfährst du, woran du Übergewicht bei deinem Hund erkennst, was die häufigsten Ursachen sind und wie du deiner Fellnase mit einer angepassten Ernährung und Bewegung zurück zu seinem Idealgewicht verhilfst.

Ist mein Hund zu dick? So erkennst du Übergewicht

Rein über die Waage lässt sich Übergewicht beim Hund nicht immer zuverlässig feststellen – das Idealgewicht variiert stark je nach Rasse, Größe und Körperbau. Eine bewährte Methode ist der sogenannte Body Condition Score (BCS), den auch dein Tierarzt in der Praxis nutzt.

So machst du den Check zu Hause:

Rippen-Test: Lege beide Hände seitlich an den Brustkorb deines Hundes. Bei einem gesunden Gewicht solltest du die Rippen leicht spüren können, ohne stark drücken zu müssen. Wenn sie kaum oder gar nicht zu fühlen sind, sitzt zu viel Fett darüber.

Blick von oben: Schau deinen Hund von oben an. Eine deutlich erkennbare Taille – ähnlich einer Sanduhr – spricht für ein gesundes Gewicht. Wirkt der Körper oval oder rund, kann das ein Hinweis auf Übergewicht sein.

Blick von der Seite: Die Bauchlinie sollte von den Rippen zur Hüfte leicht aufsteigend verlaufen. Hängt der Bauch parallel zum Boden oder sogar nach unten, ist das ein Warnsignal.

Weitere Zeichen: Fettpolster am Schwanzansatz, Trägheit beim Spaziergang, verminderte Spielfreude oder erschwertes Einsteigen ins Auto können ebenfalls auf Übergewicht hindeuten.

Von Übergewicht spricht man, wenn das Normalgewicht um etwa 10 bis 15 Prozent überschritten wird. Bei über 20 Prozent sprechen Tierärztinnen und Tierärzte von Adipositas.

Die häufigsten Ursachen für Übergewicht bei Hunden

In den meisten Fällen ist Übergewicht beim Hund auf Fütterungsfehler zurückzuführen – also darauf, dass mehr Energie zugeführt wird als verbraucht wird.

Viele Fütterungsempfehlungen auf der Verpackung sind nicht individuell genug, denn Alter, Aktivitätslevel und Rasse spielen eine große Rolle. Leckerlis werden beim Kalorienzählen oft vergessen, dabei summieren sie sich schnell und können einen erheblichen Teil der Tageskalorien ausmachen. Auch Speisereste vom Teller sind gut gemeint, aber ungünstig – viele menschliche Lebensmittel sind für Hunde zu kalorienreich oder schlicht ungeeignet.

Dazu kommt: Je weniger sich ein Hund bewegt, desto weniger Energie verbraucht er – und desto eher schlagen überschüssige Kalorien als Fett an.
Ältere Hunde haben außerdem einen um bis zu 20 Prozent reduzierten Energiebedarf, fressen aber oft noch die gleichen Mengen wie in jungen Jahren.
Kastrierte Hunde neigen aufgrund hormoneller Veränderungen und verminderter Spontanaktivität ebenfalls häufiger zu Übergewicht.
Einige Rassen wie Labrador Retriever, Beagle oder Cocker Spaniel bringen von Natur aus eine genetische Neigung zu Übergewicht mit.
In seltenen Fällen stecken hinter der Gewichtszunahme auch Erkrankungen wie eine Schilddrüsenunterfunktion oder das Cushing-Syndrom – ein Tierarztbesuch schafft hier Klarheit.

Welche gesundheitlichen Folgen hat Übergewicht beim Hund?

Übergewicht ist nicht nur ein ästhetisches Problem – es verkürzt die Lebenserwartung und beeinträchtigt die Lebensqualität erheblich. Studien zeigen, dass übergewichtige Hunde eine bis zu 20 Prozent geringere Lebenserwartung haben als normalgewichtige Tiere.
Mögliche Folgeerkrankungen sind:

  • Gelenkprobleme und Arthrose durch erhöhte Belastung
  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Bluthochdruck
  • Diabetes mellitus
  • Atemprobleme, besonders bei Hitze
  • Erhöhtes Risiko für Hitzschlag im Sommer
  • Eingeschränkte Bewegungsfreude und verminderte Lebensqualität

So hilft dein Hund beim Abnehmen – Schritt für Schritt

Der wichtigste erste Schritt: Geh mit deinem Hund zum Tierarzt. Nur so kannst du sicherstellen, dass keine Erkrankung hinter dem Übergewicht steckt und ein realistischer Diätplan erstellt werden kann.

Das richtige Tempo: Hunde sollten maximal 1 bis 1,5 Prozent ihrer Körpermasse pro Woche abnehmen. Bei einem 20-kg-Hund sind das maximal 200 bis 300 Gramm pro Woche. Zu schnelles Abnehmen führt zum Verlust von Muskelmasse und erhöht das Rückfallrisiko.

Mehr Bewegung: Mehr Bewegung erhöht den Kalorienverbrauch und unterstützt den Fettabbau.
Mehrmals täglich 15 bis 20 Minuten aktives Spielen hilft dabei, Kalorien zu verbrennen und Muskelmasse aufzubauen. Mit unserem miba Snackball kombinierst du Beschäftigung, Bewegung und Futter in einem – dein Hund muss den Ball aktiv bewegen, damit sein Trockenfutter herausfällt. So wird die tägliche Futterration zur Aktivierungseinheit.  
Wichtig: Steigere die Aktivität schrittweise und achte auf die körperliche Konstitution deines Hundes. Bei bestehenden Gelenkproblemen lieber sanfte Bewegung wie Schwimmen oder längere, ruhige Spaziergänge.

Leckerlis überdenken: Leckerlis solltest du unbedingt in die tägliche Kalorienmenge einrechnen – sie werden oft vergessen, summieren sich aber schnell.
Nutze am besten einen Teil des Tagesfutters als Belohnung.
Wichtig ist außerdem ein Blick auf die Zutatenliste: Viele Leckerlis enthalten versteckten Zucker, minderwertige Füllstoffe oder unnötige Zusatzstoffe, die eine Diät sabotieren können.

Greife stattdessen zu Snacks mit sinnvoller Zusammensetzung – Unsere knusprigen Hühnerhappen bestehen zu 70 % aus Huhn und Obst – ohne versteckten Zucker und mit magerem Hühnchen.

Das richtige Futter: Einfach die Futtermenge des bisherigen Futters zu reduzieren ist keine gute Lösung – so kann es zu Nährstoffmängeln kommen. Sinnvoller ist ein kalorienreduziertes Futter mit hohem Proteingehalt und viel Rohfaser.
Wichtig: Das Futter sollte weiterhin alle wichtigen Nährstoffe liefern, nur eben weniger Energie.

Bei miba setzen wir auf natürliche, hochwertige Zutaten mit hohem Fleischanteil und ohne unnötige Füllstoffe – eine gute Basis auch für Hunde, die ihr Gewicht halten oder reduzieren möchten. Hier geht es zu unserem Hundefutter.

 

 

Häufige Fragen zu Übergewicht bei Hunden 

Wie nimmt ein Hund am schnellsten ab?

Schnell abnehmen ist beim Hund ausdrücklich nicht das Ziel – ein zu schneller Gewichtsverlust führt zum Abbau von Muskelmasse und erhöht das Rückfallrisiko. Empfohlen wird ein Gewichtsverlust von maximal 1 bis 1,5 Prozent der Körpermasse pro Woche. Am effektivsten ist die Kombination aus kalorienreduziertem, nährstoffreichem Futter und mehr Bewegung. Bitte erstelle den Diätplan immer gemeinsam mit deinem Tierarzt.

Was tun, wenn der Hund übergewichtig ist?

Als erstes zum Tierarzt – so können Erkrankungen als Ursache ausgeschlossen und ein individueller Diätplan erstellt werden.
Danach gilt: Futtermenge anpassen, auf kalorienreduziertes Futter mit hohem Proteingehalt umsteigen, Leckerlis konsequent in die Tagesration einrechnen und die Bewegung schrittweise steigern.
Wichtig: Nicht einfach weniger vom bisherigen Futter geben – das führt zu Nährstoffmängeln.

Was macht Hunde satt, hat aber wenig Kalorien?

Futter mit hohem Proteingehalt und viel Rohfaser sättigt gut ohne viele Kalorien zu liefern. Als Snack eignen sich kalorienarme Gemüsestücke wie Karotten oder Gurken gut. Achte bei Leckerlis auf eine saubere Zutatenliste ohne versteckten Zucker oder Füllstoffe oder nutze statt Snacks einfach das Futter deines Hundes.

Wie gefährlich ist Übergewicht bei Hunden?

Sehr gefährlich – Übergewicht ist keine Kleinigkeit, sondern eine ernst zu nehmende Erkrankung.
Laut einer Studie der Ludwig-Maximilians-Universität München sind über 50 Prozent der Hunde in Deutschland zu dick. Die Folgen reichen von Gelenkproblemen und Diabetes über Herz-Kreislauf-Erkrankungen bis hin zu einem erhöhten Narkoserisiko bei Operationen. Wissenschaftlich belegt ist außerdem, dass Übergewicht die Lebenserwartung eines Hundes um bis zu zwei Jahre verkürzt.

Quellen

Kölle, P., Böswald, L., Zeugner, A., & Zentek, J. (2023). Adipositas bei Hund und Katze – ein unterschätztes Tierschutzproblem. Der Praktische Tierarzt, 104(1), 20–31. https://www.vetline.de/adipositas-bei-hund-und-katze-ein-unterschaetztes-tierschutzproblem

German, A. J. (2022). Adipositas bei Kleintieren: neue Herausforderungen, neue Lösungen. VetFocus – Royal Canin Wissenschaftsjournal. https://vetfocus.royalcanin.com/de/wissenschaft/adipositas-bei-kleintieren-neue-herausforderungen-neue-losungen

Hölter, D. (2024). Übergewicht bei Hunden. Tierarztpraxis Dr. Hölter. https://www.drhoelter.de/tierarzt/tierkrankheiten/uebergewicht-bei-hunden.html

Ludwig-Maximilians-Universität München. (2021). Mehr als die Hälfte aller Hunde in Deutschland leiden an Übergewicht. Berichtet in Forschung & Wissen. https://www.forschung-und-wissen.de/nachrichten/biologie/mehr-als-die-haelfte-alle-hunde-in-deutschland-leiden-an-uebergewicht-13375410